Sonnenschutz
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Die Sonne
schön und gefährlich


Trotz alarmierender Meldungen über erhöhte UV-Strahlung durch das "Ozonloch", starke Zunahme von Hautkrebserkrankungen usw. wird immer noch unvernünftig lange in der Sonne "gebraten". Erholung wird leider mit "gesunder" Bräune identifiziert und Sonnenschutz eher klein geschrieben.
Falsche Ansichten wie beispielsweise:
     "Nur durch Sonnenbrand wird man braun" oder
     "Solange kein Sonnenbrand sichtbar ist, ist kein Schaden zu befürchten"
prägen das Verhalten vieler.

Richtig ist aber, dass schon 60 - 70% der Sonnenstrahlung, die einen Sonnenbrand hervorrufen, die Zellen der Haut irreparabel schädigen. Die Folge: die Haut altert früher, die ersehnte Bräune wird mit einer dicken, schwieligen, unansehlichen und vor allem unwiederbringlich geschädigten Haut erkauft. Im sonnegefährdeten Australien weiß dies jedes Kind!
Experten gehen davon aus, dass z.B. in Deutschland jedes Jahr 100.000 neu an Hautkrebs erkranken. Je nach Krebsart sind dafür die Sonnenbrände in der Kindheit bzw. die Gesamtzeit der Sonnenexposition verantwortlich. Vorsorge ist eben besser als "Schrumpelhaut"!

 UVA und UVB-Strahlen
Das Schädliche am Sonnenlicht sind die UV-Strahlen UVA und UVB. UVA macht 95% der UV-Strahlen aus, es ist längerwellig, dringt tiefer in die Haut ein und bräunt sehr schnell durch Bildung des dunklen Hautfarbstoffs, des Melanins, aus bereits vorhandenen Vorstufen. Durch seine zerstörerische Wirkung im Bindegewebe altert die Haut schneller (Falten, Elastose), freie Radikale können zu Hautkrebs (Karzinogenese) führen, Pigmentverschiebungen sind möglich. Auch allergische Reaktionen sind auf UVA zurückzuführen. Die Wirkung von UVB-Strahlen ist zunächst der Sonnenbrand (Erythem), als chronische Folge kann Hautkrebs entstehen. UVB sorgt mit einer Verzögerung von zwei bis vier Tagen für Neubildung von Melanin. Ein gutes Sonnenschutzmittel muss deshalb heute gegen beide Strahlungsarten schützen. Dabei werden chemische und physikalische UVA/UVB-Filter verwendet.

 Sonnenschutzmittel individuell auswählen
Für die Auswahl des optimalen Sonnenschutzmittels ist die Ermittlung des eigenen Hauttyps wichtig.
Es werden grob vier verschiedene Typen unterschieden (Unterstellt ist: untrainierte Haut, Sommer, Mittagszeit und klarer Himmel in Mitteleuropa):
  Eigenschutzzeit (Min.) Alterungsschutzzeit (Min.) empf. LSF zu Beginn empf. LSF später
I. Rothaarig, sehr blasse Haut, Sommersprossen 5 - 10 2 - 7 15 12-15
II. Blond, blaue, grüne oder graue Augen, helle Haut 10 - 20 7 - 14 12 8-10
III. Braune Haare, hellbraune Haut, keine Sommersprossen 20 - 30 14 - 20 10 4-8
IV. Dunkle Haare, braune Haut, dunkle Augen 30 - 45 20 - 35 6 2-4

Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, die die Haut ohne Sonnenschutz bis zum Sonnenbrand verträgt, die Alterungsschutzzeit die Zeit, bis Schäden an den Hautzellen auftreten.
Der Lichtschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels (als SPF, SSF oder LSF auf den Produkten angegeben) ist der Rechenfaktor, mit der die Eigenschutzzeit (besser aber die Alterungsschutzzeit) multipliziert werden muss, um die persönliche Sonnenzeit pro Tag errechnen zu können. Wiederholtes Auftragen eines Lichtschutzmittels nach Ablauf der errechneten Zeit verlängert diesen Zeitraum nicht!
Für einen Tropenurlaub kann als grobe Regel gelten, dass die Eigenschutzzeit und Alterungsschutzzeit jeweils etwa um die Hälfte reduziert werden müssen.
Wer viele Muttermale hat, verfügt über eine deutlich reduzierte Schutzzeiten als nach obiger Tabelle ermittelt.
Ein Sonnenbrand macht sich zusätzlich erst nach ca. 4 Stunden durch Schmerzen bemerkbar. Sieht man also erste Hautrötungen, ist es schon zu spät.

Beim Sonnenstich dringt langwellige Infrarot-(Wärme-)Strahlung ins Gehirn und führt zur Reizung und Schwellung der Hirnhäute und des Gehirns. Man schwitzt, aber die Haut ist im Unterschied zum Hitzschlag kühl.
Beim Hitzschlag kann der Körper Wärme aufgrund äußerer (hohe Luftfeuchtigkeit, massive Hitze) und innerer (Überanstrengung, Austrocknung, Infektionen) Faktoren nur ungenügend abführen. Es kommt zum Hitzschlag, erkennbar an der heißen, aber trotzdem trockenen Haut. Wichtig ist sofortige Kühlung!

 Die sieben wichtigsten Sonnenregeln
 Nie zwischen 11.00 und 15.00 in die direkte Sonne
 In den ersten Tagen kürzer sonnenbaden und höheren Lichtschutzfaktor verwenden
 Sonnenbrille und geeignete Kleidung inkl. Hut tragen
 An verstärkende Faktoren denken: hoher Sonnenstand, Wolkenlosigkeit, Aufenthalt am und auf dem Wasser ("Brennglaseffekt"), Schnee, Gletscher, große Höhen (1000 Höhenmeter = 20% mehr UVB-Strahlung) und heller Sandstrand
 kühlender Wind verringert die Empfindung für die Intensität der Sonne
 Sonnenschutzmittel jeweils 30 Minuten (bei Verwendung von Sprays genügen 10) vor dem Sonnenbad auftragen
 Wenn der Schutzfilm auf der Haut zerstört ist (Schwitzen, Abtrocknen, bei Kindern durch das Spielen) den Sonnenschutz erneuern (auch bei wasserfesten Produkten)

 Gut vorbereitet in die Sonne
 Eine hochwertige Sonnenbrille ist zum Schutz der Augen wichtig, an den oft nicht gedacht wird. Die Gläser müssen vollen UV-Schutz bis 400 nm sicherstellen
 Zu Beginn des Urlaubs die Haut langsam an die Sonne gewöhnen (tägliche Steigerungsraten nicht über 30%)
 Zwischen 11.00 und 15.00 generell kein Sonnenbad
 An bewölkten Tagen ist die Sonnenstrahlung nur 30% geringer als an klaren Tagen
 Das Sonnenschutzmittel ca. eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf die frisch gewaschene Haut auftragen
 Nase, Lippen, Stirn, Ohren, Wangen, Kinn, Fußrücken und andere exponierte Körperpartien mit einem höheren Schutzfaktor (am besten in Stiftform) schützen
 Wird gern vergessen: die Grenzstellen von Haut zur Badekleidung
 Durch Schweiß (Sport!) und Schwimmen löst sich die Schutzschicht ab, Nachcremen nicht vergessen
 Beim Wassersport zum Schutz ein T-Shirt aus schwerem (leichtes Gewebe entspricht nur einem LSF von 5!) Stoff anziehen und auf die Nase und andere der Sonne stark ausgesetzten Gesichtspartien eine total abdeckende Salbe auftragen. Wasserfeste Produkte auswählen. Im Wasser aufgeweichte Haut ist sonnenempfindlicher
 Mit UV-Filter behandelte Textilien garantieren einen UV-Schutzfaktor von mindestens 40. Im Ozonloch-gefährdeten Australien und Neuseeland viel verwendet
 Verwenden Sie keine Parfums, da sich mit Sonne Hautreaktionen ergeben können
 Trinken Sie viel Mineralwasser, um den erhöhten Flüssigkeitsverlust auszugleichen
 Wer unter "Lippenbläschen" leidet, sollte ein Arzneimittel dagegen mitnehmen und besonders auf den Lippenschutz achten. Dieser "Herpes labialis" entsteht bevorzugt bei Sonneneinstrahlung (immunsuppressive Wirkung der Sonne und mangelnde Melatoninproduktion in den Lippen)
 Die Haare nicht vergessen: Schutz bringt entweder eine Kopfbedeckung oder Mittel, die vor dem Ausbleichen und Austrocknen bewahren. Vor dem Urlaub keinesfalls Dauerwellen machen lassen
 Die Grundlage des Sonnenschutzmittels sollte an den Hauttyp angepasst sein. Bei fettender Haut eine fettarme Zubereitung, vice versa
 Im Gesicht sollte keine stark wasserhaltige Emulsion verwendet werden, da diese in die Augen wandern kann. Um die Augen nicht eincremen
 Die UVB-Wirkung der Sonne wird durch Kälte verstärkt! Beim Wintersport Präparate mit hohem Lichtschutz und wenig Wassergehalt
 Bei einem Sonnenbrand helfen neben Antihistaminika (s.u.) auch kalte Umschläge oder Aspirin
 Auch Arzneimittel (z.B. Antibiotika und die Antibabypille) können in Verbindung mit Sonne zu Hautreaktionen führen, fragen Sie uns bitte bei Bedarf
 Nach dem Sonnenbad braucht die Haut besonders viel Pflege und Feuchtigkeit. Eine stark wasserhaltige Lotion oder Gel ist optimal

   Antihistaminika-Gele
sollten zur Linderung eines Sonnenbrandes in keiner Reiseapotheke fehlen! Stärker wirksam, aber auch mit mehr Nebenwirkungen behaftet, sind Cortison-Zubereitungen. Dann aber keinesfalls erneut in die Sonne!

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