Amöbenruhr
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AMÖBENRUHR / AMÖBIASIS / ENTAMÖBOSE


Vgl. auch Ruhr
Vgl. auch Internet-Infos des CDC:
http://www.cdc.gov/ncidod/dpd/parasites/amebae/default.htm
http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_amebiasis.htm
Vgl. auch Extraberatungstext: Durchfall-Erkrankungen
  Ernährungstipps
  Ernährungstipps mini
  Trinkwasserhygiene

 Erreger
Einzellige Darmparasiten: Entamoeba histolytika und E. dispar: Infektionen nur durch die infektiöse Form, reife Zysten.

 Geographische Verbreitung
Tropen und Subtropen: 2-70% (-90% der Armen!) der Bevölkerung sind Träger der Erreger. In Mitteleuropa meist nur importiert (z.B. in Heimen).

 Infektionsquelle
Fäkal/oral: Aufnahme der Zysten durch mit menschlichen/tierischen Fäkalien direkt kontaminierten Lebensmitteln wie Obst, Salat, Gemüse, Wasser u.a. oder durch mangelnde Hygiene bei der Zubereitung. Auch durch Verschleppung von Fliegen oder Schaben übertragbar.

 Ansteckungsgefahr
Während Erkrankungsdauer und auch bes. durch symptomlose Dauerausscheider.

  Prophylaxe
 Impfprophylaxe und passive Immunisierung bisher nicht möglich
 Vorsichtsmaßnahmen Sauberkeit und Vorsicht mit rohen Speisen (Obst schälen!) in Endemie-Regionen. Wasser abkochen oder filtrieren.

 Inkubationszeit
Tage bis Monate, manchmal sogar Jahre (Amöbe setzt sich in der Darmwand fest, ohne Symptome auszulösen).

 Krankheitsbild
Entamoeba dispar ist die auf den Darm beschränkte nichtinvasive Form und deshalb apathogen.
 Bloßer Lumeninfekt zeigt keine Krankheitssymptome
 Intestinale Amöbiasis
Dickdarmentzündung oft mit geschwürigen Veränderungen infolge der Darmwand-Invasion durch E. histolytica. Charakteristisch: Diarrhoe, blutiger, schleimiger und schäumiger Stuhl. Beschwerden reichen von milden gastro-intestinalen Störungen bis zu Perforationen des Darms mit chronischer blutiger Diarrhoe.
 Extraintestinale Amöbiasis
Entsteht nach hämatogener Erreger-Verschleppung vom Darm aus. Bes. häufig: "Leberabszess" (bis zu 20% der Infizierten), in dessen Folge Fieber, Oberbauchschmerzen rechts, Lebervergrößerung, allgemeine Schwäche u.a. auftreten können.
Guter Hinweis auf Leberabszess ist Schmerz im rechten Oberbauch. Selten auch Befall von anderen Organen (z.B. Gehirn, Lunge)
 Amöbom: ein sehr seltener granulomatöser Tumor in der Wand des Dickdarms.

 Diagnose
 Mikroskopische Stuhluntersuchung aus unbedingt sehr frischem Stuhl
 Kultur auf künstlichem Nährboden
 Bluttests, Antikörpernachweise u.a.

 Therapie
symptomatisch: Nitroimidazolderivate (Dehydroemetin obsolet wegen schwerer Nebenwirkungen) zu wenig
 im Darmlumen oder systemisch wirkenden Kontaktamöbizide oder Kombination von beidem welche
 Punktion von Leberabszessen, chirurgische Eingriffe (beim Amöbom)
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