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Vgl. auch Internet-Infos:
Cholera-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/cholera.htm
der DTG: www.tropmed.dtg.org/impfen/cholera.htm
des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_cholera.htm
der WHO: http://www.who.int/health_topics/cholera/en
und des Deutschen Auswärtigen Amtes: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/cholera_html
siehe auch zum Thema
EXTRA-BERATUNGSTEXT (LAIENTEXT) Cholera
STIKO: Cholera
Cholera O 139
Die Cholera erfreut sich in der Presse leider allgemeiner Beachtung, gestärkt durch die Elendsbilder der von der Seuche betroffenen. Die Impfvorschriften für Cholera ändern sich oft sehr kurzfristig! Normalerweise braucht man die Bestätigung nur für Reisen in mehrere Länder, soweit eines davon als Land mit Cholera - Gefahr gilt. In ganz wenigen
Ländern wird prinzipiell eine Bescheinigung für jeden Einreisenden verlangt. Für manche Rundreisen (die Information dazu steht im jeweiligen Ländertext) ist eine Choleraimpfung vorgeschrieben, wenn die Einreise aus
Infektionsgebieten erfolgt.
Dabei wird immer übersehen, dass das Erkrankungs-Risiko für einen Mitteleuropäer sehr gering
ist. Cholera-Epidemien können auftreten, wenn die Trennung von Trinkwasser und Abwasser mangelhaft ist, z.B. in den Mega-Städten der 3. Welt oder während der Regenzeit z.B.
in ländlichen Gebieten Afikas. Durch symptomlose Ausscheider ist immer ein Reservoir für Vibrio cholerae vorhanden, wodurch das Trinkwasser verseucht werden kann.
Um
abschätzen zu können, wie viele importierte Cholera-Erkrankungen (also auch wie hoch das Risiko ist, im Ausland an einer Cholera zu erkranken - allerdings muss man hier noch die Fälle hinzurechnen, bei denen die Cholera noch während
der Reise ausgebrochen ist!) es gibt, sehen Sie sich doch einfach einmal den "In den Ländern, in denen die Cholera vorkommt, finden Sie im "Diese Statistiken helfen in einer speziellen Weise bei der Einschätzung des Cholera-Risikos: die
Choleragefahr ist ja auch jahreszeitlich unterschiedlich, z.B. in Regenzeiten höher. Deshalb haben wir in den Statistiken der Einzelländer die genauen Meldezeiträume notiert. Wenn in den letzten zwei Jahren beispielsweise immer im Februar
ein Maximum von Cholerafällen vorkam, ist damit zu rechnen, dass im nächsten Jahr im Februar eine ähnliche Entwicklung stattfinden wird, auch wenn momentan (in unserem Denk-Modell im Dezember) keinerlei Fälle gemeldet sind.
Derzeit verfügbare Cholera-Impfstoffe
Parenteraler Impfstoff (z.B. Cholera - Impfstoff Behring®) Obsoleter und in der Regel nicht lieferbarer Impfstoff, der heute nur noch wegen Einreise-Bestimmungen verabreicht wird. Nach neueren Erkenntnissen genügt eine einmalige Auffrischung mit 1 ml Cholera - Impfstoff Behring, wenn irgendwann einmal grundimmunisiert wurde. Mit
diesen Angaben arbeitet das Programm. Früher galt: Nach 6 Monaten genügt eine Auffrischung von 1 ml, nach einem Jahr sollte neu grundimmunisiert werden. Einige Tropeninstitute
und die WHO empfehlen eine einmalige Injektion von 1.0 ml, dabei ist allerdings der amerikanische Impfstoff zugrunde gelegt, der besser verträglich ist. Ohne die Vorimpfung mit 0.5 ml ist mit einer massiven Lokalreaktion zu rechnen. Laut
Behring-Auskunft sorgt der amerikanische Impfstoff nur für etwa 40% Schutz, der deutsche hingegen für ca. 60%. Für Länder, die eine Impfbescheinigung verlangen, es aber eigentlich keine medizinische Indikation gibt, genügt eine
2-teilige Impfung von insgesamt 1 ml Impfstoff, um ein Impfzeugnis ausstellen zu können.
Oraler Lebend-Impfstoff (attenuierte Vibrio cholerae CVD 103-HgR)
Im
Frühjahr 1994 wurde in der Schweiz (Schweizerischen Serum- und Impfinstitut) nach einer 10-jährigen Entwicklungsarbeit ein neuer oraler Cholera-Lebend-Impfstoff "Orochol Berna®" (Informationen können beim Hersteller oder internationalen
Apotheken eingeholt werden) zugelassen, der im Verglaich zum bis dahin verfügbaren Tot-Impfstoff besser verträglich, besser schützend und außerdem oral einzunehmen ist. Er kann importiert werden. Der Impfstoff ist gentechnisch hergestellt
aus V. cholerae Typ Inaba, das Gen für die Produktion des Toxins ist dabei inaktiviert. Impfung erzeugt keinen Schutz gegen die neuen Cholera-Stämme O 139 (vgl. Cholera O 139)!!
Anderer Handesname: Mutacol®
Oraler Tot-Impfstoff (inaktivierte Vibrio cholerae WC-rBS)
Colorvac® und Dukoral®
|
|
Orochol Berna |
Dukoral (früher Peroralt) |
Cholera-Impfstoff |
Impfstoff |
Rekombinant, mit klassischem attenuierten Inaba-Stamm (Stamm CVD
103-HgR) |
Formalin-inaktivierte (ganze) Vibrionen (WC-rBS - Mischung aus klassischen Biotyp Inaba and Ogawa und Biotyp El Tor) + Cholera Toxin-Subunit B |
inaktivierte (ganze) Vibrionen, (Mischung aus klassischen Biotyp und Biotyp El Tor |
|
|
Lebend |
tot |
tot |
Schluck/Injektion |
Oral |
Oral |
I (s.c.) |
Induziert |
Schleimhaut-Immunität, |
vibriozide Serumantikörper, |
vibriozide Serumantikörper |
Schutzraten |
ca. 65% |
ca. 60-85% |
ca. 60% |
Schutz gegen O 139 |
Nein |
Nein |
Nein |
Anwendung |
Siehe Hersteller-Information |
Siehe Hersteller-Information |
Siehe Hersteller-Information |
Kinder |
Kontraindiziert unter 2 Jahren |
Kontraindiziert unter 2 Jahren |
Kdr. unter 6 Mon |
Schwangerschaft |
Nur bei strenger Indikationsstellung |
Nur bei strenger Indikationsstellung |
Nur bei strenger Indikationsstellung |
Stillzeit |
möglich |
Möglich |
Möglich |
Wirkungseintritt |
8 Tage |
7 Tage nach 2. Dosis |
8 Tage |
Schutzdauer |
6-12 Monate |
6-12 Monate |
6-12 Monate |
Kontraindikationen |
Allergien auf Impfstoffbestandteile oder allergischer Reaktion bei vorangegangener Applikation, akute fieberhafte
Infekte, akute Darminfektionen, Kinder unter 2 Jahren |
Kdr. unter 6 Mon. Komplikationen bei früherer Impfg. bis zur Klärung der Ursache. | |
Nebenwirkungen |
Leichte Durchfälle bei 2% der Impflinge |
- Lokalreaktionen (Rötungen, Schwellungen, Schmerzen) | |
Interaktionen |
- Beginn einer Malariaprophylaxe oder Gabe von Sulfonamiden
bzw. Antibiotika frühestens 7 Tage nach der Impfung |
|
Während einer immunsuppressiven Therapie kann der Impferfolg eingeschränkt oder in
Frage gestellt sein |
Erreger (Bakterien)
Vibrio cholerae
Verbreitung
Endemisch (oft als Epidemien) in Südostasien besonders in Indien, Pakistan, Indonesien und Myanmar, außerdem in Vorderasien, in Afrika, und seit
1991 auch in Süd- und Mittelamerika. Epidemien meist nur in Gegenden, in denen die Mittellosen wohnen: Cholera ist eine Krankheit der Armen! Auch selten in Europa und USA, jedoch hier aufgrund der hygienischen Verhältnisse (bes. der
Wasserversorgung) nicht als Massenerkrankungen.
Irreguläre Einreise-Vorschriften
(vgl. "kleines Lex.": Einreise-Bestimmungen)
Sachinformationen
Neuerdings gibt es in Asien und Südostasien Cholera-Stämme (O 139, vgl. Cholera O 139), gegen die Impfung nicht schützt.
Verbreitung
Einzige Infektionsquelle ist der Mensch. Trinkwasser und Nahrungsmittel (einheimische rohe "Spezialitäten") Besonders Erkrankte, aber auch Rekonvaleszenten können manchmal bis zu Monaten nach Überstehen des Infekts noch Ausscheider sein. Die Übertragung erfolgt
in der Regel indirekt über Lebensmittel, jedoch kommt dem Wasser eine besondere Bedeutung zu.
Inkubationszeit
ca. 1-3 Tage, manchmal nur wenige Stunden!
Immunität: Nur begrenzt nach einer überstandenen Erkrankung.
Prophylaxe
Lebensmittel und Trinkwasserhygiene, sowie korrekte Abwasserbeseitigung
Nur in Ausnahmefällen (Einreisebestimmungen, Einsatz in der Entwicklungshilfe in
aktuellen Epidemie-Gebieten, Katastrophen-Helfer etc.) Schutzimpfung (s.o.): Zweimalige, subkutane Injektion von abgetöteten Erregern; Schutzdauer ca. 6 Monate. Oder: orale Schluckimpfung
Cholera stellt eine der 4 Quarantänekrankheiten dar. Bereits Erkrankte müssen isoliert und infektiöse Ausscheidungen sowie kontaminierte Gegenstände
desinfiziert werden.
Passive Immunisierung: Keine
Krankheitsbild
Starker Durchfall, Erbrechen schmerzlos und flüssig (meist ohne Fieber).
Infektion erfolgt immer über orale Erreger-Aufnahme. Die Keime gelangen in den Dünndarm und vermehren sich im Lumen sehr rasch. Während ihrer Vermehrung wird ein Exotoxin produziert, das für die Pathogenese und Klinik eine zentrale
Rolle spielt. Pro Tag können bis zu 20 l Flüssigkeit verloren gehen. Infolge der starken Exsikkose treten weiter auf: Austrocknung der Schleimhäute, tiefliegende Augen, zunehmender Verfall, Wadenkrämpfe. Kreislaufsymptome wie
Blutdruckabfall, Pulsbeschleunigung, Tachykardie, Anurie bis hin zum Kreislaufschock, Koma und dem Zustand eines akuten Nierenversagens (Urämie).
Unbehandelt beträgt die Letalität 50%.
Diagnose
Erregernachweis durch Mikroskopie, Kultur, Serologie (aus Stuhl,
Rektalabstrichen, Erbrochenem, Galle, Duodenalsekret)
Antikörpernachweis
Therapie
Zu allererst Ausgleich des gestörten Wasser- und
Elektrolythaushalts.
Tetracycline, um Ausscheidung zu verringern und zu verkürzen (Häufig jedoch vorkommende Resistenz!). Rifampicin