\n'); } //-->
siehe zum Thema
Extra-Beratungstext: Dengue-Fieber
Extra-Beratungstext: Dengue-Hämorrhagisches-Fieber
Dengue-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/dengue.htm
CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_dengue.htm
des RKI: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/DF_LINKS.HTM&1
WHO: http://www.who.int/health_topics/dengue/en
Deutsches Auswärtige Amt: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/dengue_html
Dengue ist eine Krankheit im Kommen - die bedeutendste Arbovirose - eine typische Stadtkrankheit, die übrigens bei der Diagnose gerne mit Malaria verwechselt wird.
Erreger
Flavivirus, Fam. Togaviren (RNA-Viren), 4 unterschiedliche Typen (1-4). Die Viren werden nach dem klinischen Bild zu den VHF-Viren gerechnet.
Verbreitung
Starkes Vorkommen in tropischen und subtropischen Gebieten Süd- und Südostasiens, südl. Pazifik, Karibik, Mittel- und Südamerika,
Afrika (vor allem Westafrika), Venezuela, Kolumbien. Oft größere Ausbrüche. DHF (Dengue-Hämorrhagisches-Fieber) v.a. in Südostasien, neuerdings auch in Mittel- und Südamerika
und Pazifik. Die 4 Serotypen kommen im gesamten Verbreitungsgebiet vor, lediglich in Amerika weniger Serotyp 2.
Saisonale Häufung
Wie alle Krankheiten, die von Insekten übertragen werden, ist ein Anstieg der Zahlen einige Zeit nach Beginn der Regenzeit und
natürlich nach Überschwemmungen zu verzeichnen. Es lohnt sich also, in den "Klimainformationen" nach der Regenzeit zu forschen. In Martinique (Karibik) beispielsweise ist die
Regenzeit von Mai bis November. Ein Ansteigen der Infektionen wurde 1995 von August bis Dezember beobachtet, mit einem Maximum in den 3 Monaten Oktober bis Dezember (im November ein Peek).
Ansteckungsmodus
Übertragung erfolgt ausschließlich durch tagaktive Stechmücken (Moskitos: versch. Aedes-Arten, vor allem Aedes aegypti, manchmal A.
albopictus). Inkubationszeit ca 5-8 Tage. Reservoir sind außer dem Mensch auch Affen.
Krankheitsbild
Dengue-Fieber (Klassisches)
Nach 5-8 Tagen
Inkubationszeit grippeähnlicher Verlauf: Fieber, Kopf- und starke Gelenk- und Muskelschmerzen (charakteristisch sind Rückenschmerzen), evtl. ein Exanthem an den Extremitäten. Biphasischer Verlauf: 3 Tage hohes Fieber, ca. 2 Tage niedrig
(mit starkem Schwitzen), ab dem 7. Tag wieder hoch. Insgesamt verläuft die Infektion relativ mild, aber manchmal langwierig, heilt ohne Komplikationen aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität NUR gegen diesen Virustyp. ABER: Eine
erneute Infektion mit einem ANDEREN Dengue-Serotyp kann Hämorrhagisches Dengue-Fieber auslösen:
DHF und Dengue Schocksyndrom (DSS)
Akutes hämorrhagisches
Fieber mit Dengue-Symptomatik und zusätzlich spontaner Blutungsneigung und Verwirrtheitszuständen. Auch Hypotonie, Schock und Dyspnoe. Letalität behandelt 5%! Kommt bei Kindern eher vor als bei Erwachsenen.
Diagnose
Virusnachweis im akuten Stadium aus dem Blut durch Überimpfen auf Zellkulturen oder durch Serologie.
Prophylaxe
Mückenschutz auch tagsüber. Mückenbekämpfung: Dengue ist hauptsächlich ein Problem der häuslichen Hygiene. Aedes fliegt (bei Windstille natürlich) nur ca. 200m weit. Jeder Haushalt kann mit geringen oder sogar überhaupt keinen
Kosten die Moskitobrutgebiete entfernen, indem er Wasseraufbewahrungsbehälter zudeckt, andere Behälter, die Wasser enthalten, entfernt oder ausleert, Fliegengitter anbringt, um Moskitos draußen zu halten und Moskitolarven sowie erwachsene
Moskitos tötet.
Therapie
Symptomatisch (vor allem parenteraler Flüssigkeitsersatz). Wegen der Blutungsneigung zur Fiebersenkung kein Aspirin
Hintergrund-Infos
Wichtig ist bei einem Verdacht immer eine serologische Untersuchung in einem Tropeninstitut, der Nachweis funktioniert sehr sicher. Zur
Epidemiologie: Es werden mehrere Millionen Erkrankungen pro Jahr berichtet. Es ist die Viruserkrankung, die heute Fernreisende am meisten trifft. Es gibt zwei Varianten, das Dengue-Fieber und das Dengue-Hämorrhagische Fieber. Die vier Virus-Typen
sind regional unterschiedlich verteilt. Dengue-Fieber ist typisch in vielen Ländern Südostasiens, Mittelamerikas, der Karibik und Südamerikas. Für die Reiseimpfberatung besonders wichtig sind die Länder, in denen auch die
Hämorrhagische Form vorkommt. Die Aedes-Mücken, die ja neben anderen Vektoren auch Gelbfieber übertragen, begnügen sich leider bereits mit kleinsten Wasserreservoirs, Anopheles ist da ja anspruchsvoller. Es genügt eine Cola-Dose, eine Pfütze in einem alten Autoreifen, nicht ordentlich
abgedeckte Wasserbehälter usw. Und das große Problem: Aedes verbreitet sich momentan sehr stark in der ganzen Welt.
Der wichtigste Punkt für die Reiseberatung: Sie stechen tagsüber, während man ja sonst immer wegen der Malaria darauf hinweist, dass vor allem abends und in den Nachtstunden auf Mückenschutz zu achten ist. Ein weiteres Problem ist die
Widerstandsfähigkeit der Eier von Aedes aegypti. Sie überstehen sogar mehrere Monate Austrocknung. Noch eine Besonderheit: Aedes übergibt das Virus auch an seine Nachkommen, Anopheles nicht. Dies sieht man daran, dass erwachsene
Männchen, die ja kein Blut saugen, Träger des Virus sind. Sie können ihn also nur direkt von der Mutter bekommen haben.
Vakzine sind bereits in Erprobung, aber hier ist ein ernstes Problem noch nicht endgültig geklärt: durch die Impfung könnte nämlich gerade der Effekt einer Erstinfektion durchgemacht werden, so dass die Tür für die
problematische Zweitinfektion, das Hämorrhagische Fieber, geöffnet wird. Deshalb zum Verständnis kurz der Infektionsweg: Nach der Erstinfektion durch Stich von Aedes bilden sich typspezifische Antikörper gegen einen der vier
Virentypen. Durch einen wiederholten Stich einer Aedes jetzt aber mit einem anderen Virustyp findet eine Zweitinfektion statt. Dadurch kommt es zum schlimmen Verlauf des Dengue-Fiebers. Die Kapillaren werden stark geschädigt. Es tritt das
Hämorrhagische Fieber auf. Der Mechanismus ist wahrscheinlich eine antikörperverstärkte Verschlimmerung der Infektion, die unbehandelt mit einer Letalität von 50% einhergeht. Warum in den Tropen vor allem die 3 - 15-jährigen
betroffen sind, ist momentan noch unklar.
Durch die große Reiselust ist die Anzahl der Zweitinfekte also der Hämorrhagischen Form stark gestiegen. In der Reise-Impfberatung kann deshalb VOR einer Reise in ein Gebiet mit der Hämorrhagischen Form auf einen serologischen Test bei
Verdacht auf ein früher durchgemachtes Dengue-Fieber hingewiesen werden.
Als weiteren Tipp für den Reisenden: Die Hauptvorsorge ist alles Wasser abdecken, und so die Brutstätten von Aedes auszurotten. In den Tropen werden auch zum Teil Kopffüßler oder Fische in Wasserbehältern ausgesetzt, die die Larven dann fressen. Das finden wir Mitteleuropäer meist nicht sehr appetitlich, aber es ist ausgesprochen nützlich und vor allem erfolgreich.