Lepra
Ein Service der PRIMA-Apotheken. © Apotheker Büger, Nürnberg
Daten aus:Reise-Impfberatungsprogramm Büger DAZ-Software




LEPRA

siehe auch zum Thema:
                Vgl. auch Internet-Infos 
    des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/dbmd/diseaseinfo/hansens_t.htm
    der WHO http://www.who.int/health_topics/leprosy/en/

 Erreger
Mycobacterium leprae (säurefeste Stäbchen)

 Verbreitung
Weltweit, heute bes. in tropischen und subtropischen Regionen. Die Gesamtzahl an Erkrankten wird heute auf ca. 5 Mio. geschätzt.

 Ansteckungsmodus
Von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt und lange Exposition (wahrscheinlich Tröpfcheninfektion. Für Touristen nur außerordentlich geringe Ansteckungsgefahr.

 Inkubationszeit
2-5 Jahre, auch 5 Monate bis mehrere Jahrzehnte möglich.

 Immunität
Individuelle Resistenzfaktoren diskutiert.

 Krankheitsbild
Chronische Krankheit mit Hautläsionen (Nerven werden auch betroffen)
     Lepromatöser Typ (LL)
Maligner Verlauf, symmetrische stark infiltrierte Hautläsionen (vor allem an Ohr, Nase, Wange, Lippen, Kinn, Brust und Außenseite der Unterarme), knotenförmige Leprome, frühzeitig im Gesicht (facies leontina).
Störung der Schweißsekretion. Später durch Infiltration Ulzerationen, Nekrosen, strangartige Nervenverdickungen und Läsionen des Nervensystems, daraus erklären sich die Sensibilitätsstörungen und Lähmungen, die letztendlich oft in schweren Verstümmelungen münden. Im Endstadium Ausbreiten der Krankheit im gesamten Organismus, der Körper enthält dann kiloweise M. leprae!
     Tuberkuloider Typ (TL)
Benigner meist selbstlimitierender Verlauf, Erythematös bis dunkel infiltrierte Hautveränderungen von tuberkuloider Struktur. Die peripheren Nerven sind teilweise asymmetrisch miterkrankt.
     Dimorphe oder Borderline-Gruppe (BL-Form)
Zwischentyp, einmal Verlauf nach a), ein andermal nach b). Oft lepromatöse Veränderungen des äußeren Ohres.
     Indeterminierte Gruppe
Meist nur hypopigmentierte Hautläsionen am Gesäß, den Oberschenkeln und Armen, im Gesicht und Rücken. Manchmal nur Frühstadium

 Diagnose
    Test der Sensibilitätsstörungen (leichter Einstich, kalt/warm)
    Erregernachweis durch Mikroskopie, Kultur und Tierversuch (aus Abschabungen bzw. Abstrichen von Hautläsionen, Drüsenpunktaten u. a.
    Antikörpernachweis u. a. Immunreaktionen

  Prophylaxe
    BCG-Impfung im Kindesalter (umstritten)
    Passive Immunisierung existiert nicht.
    Allgemeine Hygiene-Maßnahmen und Verbesserung sozialer Verhältnisse. Individuelle Expositionsprophylaxe bes. im Kindesalter, ggf. Isolierung des Neugeborenen von der leprösen Mutter.

 Therapie
    Heute immer Kombinations-Therapie (multi-drug-therapie) abhängig vom Bakterienbefall:
Bakterienarm (paucibakteriell): Diamino-Diphenyl-Sulfon (Dapson (R)) und Rifampicin über 6 Monate.
Bakterienreich (multibakteriell): Diamino-Diphenyl-Sulfon, Clofazimin und Rifampicin über mind. 24 Monate
Gelegentlich statt Clofazimin Protionamid oder Ethionamid, bei manchen Verlaufsformen des LL auch Thalidomid.
    Unspezifisch: Resistenzsteigerung durch ausreichende, vitaminreiche Ernährung. Plastische Chirurgie


« zurück zur Übersicht