Malaria
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Daten aus:Reise-Impfberatungsprogramm Büger DAZ-Software




MALARIA

siehe auch zum Thema
   Malaria-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/malaria.htm
 Internet-Infos des RKI: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/MA_LINKS.HTM&1
 des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_malaria.htm
 der WHO: http://www.who.int/health_topics/malaria/en
 und des Deutschen Auswärtigen Amtes: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/malaria_html
 Malaria-Infos
 Malaria-Inzidenz
 Malaria-Stand-By
 WHO-Malaria-Empfehlungen
 Malaria-Zonen WHO
 Malaria-Schnelltest
 Baustein f. Pers. Text: Standby statt Prophylaxe
 Extraberatungstext: Malaria-Prophylaxe

 Erreger
 Plasmodium vivax oder P. ovale: Malaria tertiana
 P. malariae: Malaria quartana
 P. falciparum: Malaria tropica

 Verbreitung
Tropische und subtropische Gebiete in Nord-, West- und Ostafrika, Mittel- und Südamerika, Vorderasien, Indien, Südostasien. Weltweit gibt es etwa 250 Mio. Erkrankte, von denen pro Jahr ca. 2-3 Mio. sterben, besonders Kinder unter 14 Jahren. Jährlich kommen 300.000 Erkrankte hinzu. 2,1 Milliarden leben in Gebieten, in denen sie sich mit Malaria infizieren können. Malaria verbreitet sich wieder stärker! Zunehmende Resistenzen gegen Chloroquin - fast in allen Malaria-Gebieten nachgewiesen - oft auch bereits gegen Sulfadoxin/Pyrimethamin und Mefloquin, sehr selten auch bereits gegen Atovaquon/Proguanil.

 Malaria-Inzidenz
siehe dort

 Malaria in Afrika
Afrika hat die größte endemische Quote weltweit. In sehr großen Gebieten ist die Malaria-Übertragung sehr intensiv und häufig (vor allem im Wald- oder Savannengebiet in Höhen von ca. 1 000 m mit einem durchschnittlichen Niederschlag von über 2 000 mm jährlich). In Höhenlagen über 1.500 m und Regenfällen unter 1.000 mm jährlich sinkt die Endemiequote, dafür steigt dort das Risiko für epidemische Ausbrüche ("Hochland-Malaria").

 Ansteckungsmodus
Übertragung durch den Speichel der weiblichen Anophelesmücke, die den Endwirt für die Plasmodien darstellt. Die Infektionskette erfolgt vom infizierten Mensch über die Mücke zum Menschen zurück. (Selten ist auch eine Ansteckung bei Bluttransfusionen durch infektiöses Spenderblut möglich).

 Inkubationszeit
M. tertiana: 8-20 Tage, M. quartana: 3-7 Wochen, M. tropica: 7-14 Tage. Eine Erkrankung (nicht die tropica!) kann aber nach der Inkubationszeit auch latent bleiben (Hypnozoiten "überwintern" in der Leber) und erst nach Jahren ausbrechen (Ausbruch z.B. durch Operationen oder andere äußere Noxen).

 Immunität
Nur in stark durchseuchtem Gebiet und nach wiederholten Krankheitsepisoden, die sich nach Verlassen der Endemieregion nach kurzer Zeit wieder verliert. Daraus ergibt sich eine zusätzliche Gefahr für die Touristen, denen gesagt wird, hier gäbe es gar keine Malaria!

  Prophylaxe
 Impfprophylaxe in Vorbereitung
 passive Immunisierung nicht verfügbar.
 Chloroquin stellt für einen Erkrankungsschutz das Mittel der Wahl dar. Es ist nach wie vor gegen die meisten Plasmodien-Arten wirksam.
In Ländern mit Chloroquin-Resistenz empfiehlt sich eine Prophylaxe mit Chloroquin plus evtl. eine Zusatzprophylaxe mit Proguanil unter Mitnahme eines Stand-By-Präparates (Atovaquon/Proguanil, Mefloquin, Artemether/Lumefantrin, Halofantrin, Pyrimethamin/Sulfadoxin (in Deutschland seit 1993 außer Handel)) oder falls die Nebenwirkungen bedacht sind, eine Prophylaxe mit Atovaquon/Proguanil, Mefloquin bzw. Doxycyclin.
 Im Unterschied zur WHO wird heute in Deutschland und der Schweiz immer mehr gar keine Prophylaxe empfohlen, sondern nur eine Stand-By-Therapie incl. ausführliche Aufklärung über Insektenschutz. Mit der Prophylaxe ist man allerdings auch immer auf der sichereren Seite. Eine durchgemachte M. tropica bedeutet immerhin für den Reisenden eine schwere Krankheit mit unsicherer Prognose!
 Repellentien, Moskitonetz, vernünftiges persönliches Verhalten vor allem abends und nachts (vgl. Mückenschutz und Extraberatungstext: Insektenschutz)

 Therapie
 Unspezifisch: Symptomatisch
 Spezifisch: Chloroquin,
bei Chloroquinresistenter M. tropica: Kombination von Chinin, Pyrimethamin und Sulfadoxin, Dapsone (letzteres auch durch Sulfonamide wie z.B. Sulfisoxazol ersetzbar), Halofantrin, Doxycyclin (in Kombination mit anderen Antimalaria-Mitteln), Atovaquon/Proguanil, Artemether/Lumefantrin, Artemisinin-Präparate
Als Alternative bei Chloroquinresistenter Pl. falciparum- Infektion: Einzeln oder Kombination von Mefloquin, Sulfadoxin und Pyrimethamin (Fansimef).

 Malaria-Impfstoff
Impfstoffe sind in Entwicklung, werden aber bis 2007 wohl nicht zu erwarten sein. Der kolumbianische Erfinder des ersten Impfstoffs hat ihn der WHO geschenkt, er ist gut verträglich, aber die Auswertung der letzten Studien läßt zweifeln, ob damit ein großer Schritt getan ist. Ein vollständiger Impfschutz ist durch ihn wohl nicht zu erwarten, er wirkt besonders bei Kindern und alten Menschen.
Andere Impfstoffe sind in Entwicklung.

 Aussichten
Gearbeitet wird an neuen Therapie- und Prophylaxeprinzipien, z.B. Kombination mit Calcium-Antagonisten, oder Antikörper gegen die Klebeeigenschaften der Noppen der befallenen Erythrozyten am kapillaren Endothel.

 Krankheitsbild
Nur die M. tropica ist im Unterschied zu den beiden anderen Formen lebensbedrohlich und muss möglichst frühzeitig behandelt werden. Leitsymptom ist Fieber ab frühestens 7 Tage nach Einreise in das Malaria-Gebiet, im Durchschnitt tritt es erst nach 12 Tagen auf. Jedes(!) unklare Fieber sollte dann als Malaria betrachtet werden und im Zweifelsfall (wenn kein Arzt umgehend verfügbar ist) zu einer ersten Eigentherapie führen (vgl. Malaria-Stand-By)! Früh erkannt bereitet die Heilung keine Probleme, es wird aber in Europa oft falsch diagnostiziert, weil die Symptome nicht geläufig sind.
 a. M. tertiana ("gutartige" M.): Unregelmäßiges Fieber zu Beginn, später Übergang in das typische Wechselfieber (Grund ist der erythrozytäre Vermehrungszyklus der Erreger). Jeden 2. Tag tritt ein erneuter Fieberschub bis 40°C unter Schüttelfrost ein, unterbrochen jeweils von einem fieberfreien Tag. Ferner Milz- und Leberschwellungen.
 b. M. quartana (sehr selten): Zögernder Fieberbeginn, -schübe jeden 3. Tag
 c. M. tropica ("bösartige"): Unrhythmischer Fieberverlauf und unterschiedliche Symptomatik, deshalb oft falsch diagnostiziert. Möglich sind Somnolenz, Bewusstseinstrübung, komatöse Zustände, Fieberschübe, Schüttelfrost und auch Kreislaufbeteiligung mit Sinustachykardie bis hin zum Schock. Der späteste Eintritt einer Erkrankung beträgt 1 Jahr (bei den anderen Malariaformen kann es auch noch Jahre danach durch "Hypnozoiten" zum Ausbruch kommen) nach Infektion. 95% aller Todesfälle sind durch M. tropica verursacht: Möglich sind Ruhr- und Cholera-artige Durchfälle, Erbrechen, Krämpfe, Exsikkose, Milz- und Leberschwellungen. Des weiteren treten Niereninsuffizienz, Albuminurie, Ikterus, Myokardstörungen, zentralnervöse Ausfallserscheinungen u.ä. auf.

 Diagnose
 Erregernachweis durch Mikroskopie (dicker Tropfen) und Kultur (Blut)
 Antikörper- und Antigennachweis u.a.


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