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Vgl. auch Internet-Infos Tollwut-Weltkarte: http://www.bueger.de/prima/maps/tollwut.htm
der
DTG: www.tropmed.dtg.org/impfen/tollwut.htm
des RKI: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/TO_LINKS.HTM&1
des CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/diseases/submenus/sub_rabies.htm
und der WHO: http://www.who.int/health_topics/rabies/en
siehe auch zum Thema
STIKO: Tollwut
Risikofaktor-bezogener Text: Rucksackreisende
Extraberatungstext: Tollwut
Vektoren für die im Elektronenmikroskop erkennbaren typisch geschossförmigen Rabdoviren sind Wald- und urbane Tiere Hunde aber auch Katzen. Eine
Besonderheit sind in Amerika in den Urwäldern von Südamerika die blutsaugenden Fledermäuse. Sie sterben nämlich nicht am Tollwut-Virus. Alle anderen Tiere sterben ja kurze Zeit nach der Infektion.
Hauptsächlich von Rabies betroffen ist Asien, und hier vor allem Indien. Der Verlauf einer Tollwut-Infektion ist interessant, deshalb kurz skizziert. Das Tollwut-Virus wird nach dem Biss
nicht im Blut nachgewiesen, es gibt keine Virämie. Es wandert passiv im Axoplasma in den Nerven hoch zum ZNS. Im Gehirn vermehrt es sich und wandert dann an den Nerven wieder herunter in die Peripherie. Dort schädigt es alle inneren Organe und
die Skelettmuskulatur. Und es kommt zu den bekannten Symptomen.
Das Daran-Denken in der Reise-Beratung ist deshalb so wichtig, weil Tollwut nach dem Auftreten der klinischen Symptome immer tödlich ist und es in der 3. Welt außerdem nur einen schlechten Impfstoff gibt. Für die Risikogruppen (Langzeit- und
Rucksackreisende) ist die präexpositionelle Impfung bei Reisen in Länder mit hoher Prävalenz deshalb ein Teil des Impfkalenders.
Inkubationszeiten: manchmal sind bis 60 Tage oder sogar 1 Jahr nach dem Biss keine Symptome zu erkennen. Normalerweise beginnt die Symptomatik aber etwa ab dem 15. Tag. Wenn das Tier, das unter Tollwutverdacht steht, nicht innerhalb von 10-12 Tagen an
Tollwut erkrankt, kann die Behandlung abgebrochen werden.
Der erste Impfstoff wurde aus Hirngewebe hergestellt. Das besondere Problem ist hier die allergische Reaktion und die außerordentlich schmerzhafte Injektion, so dass die laut Impfschema häufigen Impfungen zumeist von den Impflingen abgebrochen
werden. Außerdem wirken diese antiquierten Gehirnimpfstoffe nicht zuverlässig. Leider werden gerade diese, weil billig, heute noch in der 3. Welt verwendet.
Neuere Impfstoffe sind Zellkulturvakzine, die ausgezeichnet vertragen werden und auch ordentlich vor der Tollwut schützen. Es sollte also bei einer entsprechenden Reise in ein Gebiet mit hohem Tollwutvorkommen lieber hier geimpft werden als dann
postexpositionell dort im Reiseland. Bei Tollwut ist es ja auch ähnlich wie bei Tetanus, es kann nach der Exposition noch aktiv geimpft werden kann, eben in der Zeit, bis das Virus das Gehirn
erreicht hat, dann ist alles zu spät.
Impfschemata gibt es unterschiedliche (0,28,56 oder 0,7,21 für die kurzfristige Impfung). Bei uns ist aus rechtlichen Gründen darauf zu achten, dass sie vom Gesundheitsministerium genehmigt sind.
Falls die Inkubationszeit sehr kurz ist, weil der Biss kopfnah, sehr tief oder mit vielen Wunden verbunden war, sollte sofort ein zwar teures aber unbedingt nötiges Antiserum gegeben werden (Berirab).
Der wichtigste Tipp für den Reisenden: Natürlich sich vor Tieren insgesamt hüten, auch wenn sie so niedlich sind wie kleine Hunde. Die Wunde muss nach einem eventuellem Biss unbedingt gut gereinigt und ausgewaschen werden. Erste Anzeichen einer Rabies sind Schmerzen an der Bissstelle.
Die Impfung muss nach einem Jahr wiederholt, und dann alle fünf Jahre geboostert werden. Im Beipackzettel steht alle 1-3 Jahre.
Erreger
Rhabdovirus
Verbreitung
Weltweit verbreitete Tiererkrankung; Tollwutfrei nur Japan, Australien, Neuseeland und England. In Nordamerika und Europa in Wildtieren (silvatische
Tollwut), in tropischen Gebieten auch in Haustieren, bes. Hunden, endemisch (Urbane Tollwut).
Ansteckungsmodus
Übertragung erfolgt durch den Biss oder Kratzverletzungen (Speichel des Tieres ist infektiös) eines erkrankten Tieres; Ansteckung ist auch
durch Einreiben von Speichel in die Augen möglich. Eine Infektion von Mensch zu Mensch ist bisher nicht beobachtet worden.
Inkubationszeit
10 Tage bis 10 Monate.
Prophylaxe
Für die Impfung stehen 2 Gewebekulturimpfstoffe zur
Verfügung.
Postexpositionelle Impfprophylaxe ist möglich, bei evtl. gleichzeitiger Gabe von Tollwut-Immunglobulin.
Passive Immunisierung nur in Kombination mit der aktiven Immunisierung.
Bereits erfolgte
Bisswunden o.ä. gut reinigen und mit Alkohol (bis 70%) behandeln.
Krankheitsbild
Verlauf ist nach Auftreten der Symptomatik immer tödlich! Das Virus vermehrt sich erst an der Eintrittspforte (Schmerzen im Bereich der zugeheilten
Wunde) in Muskel- und Bindegewebe und wandert dann an Nervenfasern entlang in das ZNS, wo eine weitere Virusvermehrung stattfindet. Ausgehend vom ZNS verbreitet sich der Erreger in andere Organe, bes. die Speicheldrüse, Hornhaut und die Nieren.
Bestimmt wird jedoch das Krankheitsbild durch eine Encephalitis, die immer tödlich verläuft.
Diagnose
Erregernachweis durch Mikroskopie, Tierversuch und Serologie (beim Menschen aus Speichel, Urin, Liquor, Nasen- und Rachenabstrich. Beim Tier aus Speichel).
Beobachtung des Tieres.
Therapie
Unspez.: Symptomatisch. Auf der Intensivstation kardiovaskuläre und
respiratorische Unterstützung.
Eine spezifische Behandlung gibt es nicht.