Zeitverschiebung
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Zeitverschiebung

Vgl. auch
 Baustein f. Pers. Text: ^oZeitverschiebung kurz^O
 Risikofaktorbezogener Text: Diabetiker
 Beispiel einer Zeitverschiebung (Reise in den Osten) ^oZeitverschiebung Osten 12 Stunden^O
 U.S. Naval Observatory Zeitzonen
 verlustfrei vergrößerbare Zeitzonen-Vektor-Grafik

Das Jet Lag stellt für Touristen ein großes Problem dar. Es handelt sich um Anpassungsschwierigkeiten des Organismus bei Langstreckenflügen über 4 Stunden auf die entsprechenden Zeitverschiebungen: der zirkadiane Rhythmus (Sekretion der inneren Drüsen etc.) wird gestört, die Hormonstörung vor allem von Adrenalin, Noradrenalin und der Corticoide macht die Nacht zum Tag.
Nach Westen ist die Zeitverschiebung negativ, wir vergleichen die Ortszeit der Destination mit der MEZ (Null-Meridian) und stellen die Differenz fest. Nach Osten umgekehrt.

Flugdauer Adaptionszeiten

12 Stunden 4-5 Tage
10 Stunden ca. 4 Tage
8 Stunden ca. 3 Tage
6 Stunden 2-2,5 Tage
4 Stunden ca. 1 Tag

Bei Personen über 50 Jahren kann sich die Adaptionszeit bis zu verdoppeln. Nach Westen ist mit einer etwas schnelleren Adaption zu rechnen, nach Osten verlängern sich die Zeiten eher um ca. 25%. Grund scheint zu sein, dass sich der biologische Rhythmus ohne Steuerung durch das Tageslicht bei ca. 27 Stunden einpendelt. Die Adaption geschieht nicht linear, sondern am Anfang schneller. Der Schlafrhythmus passt sich wesentlich schneller als die Hormonausschüttung an die neue Zeit an.

 Hauptsymptome (Symptome nehmen mit dem Alter zu):
Störung des Schlaf/Wachrhythmus. Entsprechend des körperlichen und seelischen Allgemeinbefindens, der Konzentrationsfähigkeit, der Verdauung und des Hungergefühls.

 Vorbeugende Maßnahmen mindern Probleme:
Einige Tage vor Abreise Schlafrhythmus um eine Stunde pro Tag für insgesamt max. 3 Stunden voranpassen:
nach Osten vorverlegen, nach Westen hinausschieben

 Maßnahmen am Urlaubsort:
 Nach der Ankunft Essens- und Schlafzeiten möglichst schnell entsprechend der Orts-Zeit legen.
 Keine großen Anstrengungen in der Adaptionszeit
 Tageslicht (verringerte Melatoninproduktion) trägt erheblich zur Anpassung an den neuen zirkadianen Rhythmus bei: die Hauptempfehlung sind soziale Aktivitäten im Tageslicht.
 Eine medikamentöse Verkürzung der Adaptionszeiten ist eigentlich nicht möglich! Aber Melatonineinnahme in den Tagen nach der Zeitverschiebung führt evtl. zu einer schnelleren Adaption. Die Unschädlichkeit von Melatonin ist allerdings nicht erwiesen. Melatonin ist ein Epiphysen-Hormon das in der physiologischen Nacht-Konzentration (hoch) müde und trophotrop wirkt, tagsüber umgekehrt.
Es müsste also zur Nacht hoch dosiert eingenommen werden.
 Bei Zeitverschiebungen über 6 Stunden kann für die ersten Nächte ein Schlafmittel mit kurzer Halbwertzeit in niedrigst erforderlicher Dosis (0,125-0,25 mg Brotizolam) in Erwägung gezogen werden: für 3-5 Nächte bei Reisen nach Osten, für 1-2 Nächte für Reisen nach Westen.
 Spezielle Diäten zeigen keinen erwiesenen positiven Effekt. Ein Versuch wäre auf der Grundlage möglich, dass leicht verdauliche kohlehydratreiche Ernährung den Schlaf anregt, während eiweißreiche Kost wach hält.

 Medikamenteneinnahme:
Bei Reisen in andere Zeitzonen müssen Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen (Pille, Antikoagulantien, Diabetes-Medikamente), die Zeitverschiebung beachten! Ziel soll wegen des Tag/Nacht - Rhythmus sein, die Tabletten nach einer kurzen Übergangszeit (2-3 Tage) zur selben Tageszeit wie daheim einzunehmen. In der Übergangszeit werden je nach Flugrichtung zusätzliche Dosen eingenommen oder weggelassen. Bei Reisen nach Westen muss die gewohnte Dosis durch mehrere Zwischeninjektionen bzw. Tabletten erhöht werden, nach Osten gilt das Gegenteil. Die "Pille" muss je nach Pillentyp bei Reisen in den Westen (ab ca. 9 Stunden Zeitverschiebung) doppelt eingenommen werden.
Vgl. auch H. Baark: "Gesund auf Flugreisen" 1979.
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