Den Dispo richtig nutzen

Vielen Kontoinhabern, die zusammen mit dem Girokonto einen Dispokredit benutzen, ist gar nicht bewusst, dass sie damit auch einen Kredit in Anspruch nehmen. Dabei ist das nicht einfach irgendein Kredit, sondern so ziemlich der teuerste Kredit, den deutschen Banken und Kreditinstitute ihren Kunden verkaufen. Der Dispositionskredit wird heute von vielen Banken sogar schon ganz ohne Zutun der Kontoinhaber eingerichtet. Automatisch wird kurze Zeit nach der Kontoeröffnung ein Dispo eingeräumt, der in der Regel einen Kreditrahmen hat, der drei Nettomonatsgehältern entspricht. Solange die Kontoinhaber den Dispo ignorieren und nicht in Anspruch nehmen, ist es egal, wie hoch die Zinsen sind, die bei Nutzung des Dispos verlangt werden. Aber wird er regelmäßig genutzt, kann er richtig, richtig teuer werden und der Eintritt in die Schuldenfalle sein.

 

Obwohl seit Jahren die Leitzinsen im Keller sind und die Banken sich aktuell selbst Geld für 1 Prozent Zinsen beschaffen können verlangen sie von den Verbrauchern bei Inanspruchnahme des Dispos im Durchschnitt mehr als 12 Prozent und in der Spitze sogar bis 17 Prozent. Da kann im Prinzip schon von Wucher gesprochen werden. Aber dennoch ist es für viele Verbraucher einfach unmöglich, ganz ohne Dispo auszukommen.

 

Die Zinsfalle beim Dispo umgehen

 

Grundsätzlich sollten Verbraucher – zumindest wenn sie ein neues Konto eröffnen, nicht nur darauf achten, dass das Girokonto kostenlos ist, sondern auch darauf, dass der Dispo möglichst wenig Zinsen kostet. Das beste kostenlose Girokonto taugt nichts, wenn Monat für Monat zwei- oder dreistellige Beträge für die Inanspruchnahme des Dispositionskredites anfallen. Wer bereits lange ein Girokonto hat und sehr hohe Zinsen auf den Dispo zahlt, sollte über einen Kontowechsel nachdenken.

 

Aber egal, bei welcher Bank man sein Konto führt, der Dispo ist in der Regel immer teurer als ein Ratenkredit, wobei die hohen Zinsen nur dann anfallen, wenn der Dispo auch tatsächlich in Anspruch genommen wird.

 

Die Zinsfalle kann man umgehen, wenn man den Dispo nur entsprechend den Empfehlungen der Experten nutzt und das Konto nicht an 365 Tagen im Jahr im Soll führt. Es ist zum Beispiel angebracht, den Dispo einzusetzen, wenn eine unerwartete Reparaturrechnung zu bezahlen ist oder wenn die gebuchte Urlaubsreise bezahlt werden muss, das Urlaubsgeld aber erst im Folgemonat gezahlt wird. Als Faustregel gilt, dass man in der Lage sein sollte, den in Anspruch genommenen Dispo über Gehaltseingänge innerhalb von drei Monaten wieder auszugleichen. Alle Ausgaben, die darüber hinaus gehen und für die keine Ersparnisse vorhanden sind, sollten besser mit einem Kredit bestritten werden.

 

Wer den Dispo sogar nutzt, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, der sollte über seine Einnahmen- und Ausgabensituation nachdenken und etwas tun, um die Ausgaben dauerhaft zu senken. Ist der teure Dispo auf die beschriebene Art nicht mehr auszugleichen, kann es sinnvoll sein, ihn mit einem günstigen Ratenkredit auszugleichen und gleichzeitig deutlich zu reduzieren.

 

Mit dem Ratenkredit den Dispo ablösen

 

Ist nicht absehbar, dass es zu schaffen ist, den Dispo mit den monatlichen Einnahmen auszugleichen, ist ein Ratenkredit ein Lösungsansatz. Dabei wird dann ein günstiger Kredit mit festen monatlichen Raten aufgenommen, der nicht für Anschaffungen genutzt wird, sondern auf dem Girokonto verbleibt und den Dispo damit ausgleicht. Parallel dazu sollte dann aber auch der Dispo abgeschafft oder auf einen sehr kleinen Betrag reduziert werden, weil man sonst innerhalb kurzer Zeit wieder vor demselben Problem stehen könnte.